Rennen fahren – Wieso macht man sowas freiwillig? Teil 2

„Das wird immer besser“

Die Gute hat Recht.

Es wird tatsächlich besser.

Beim Langenberg Marathon 2009 wurde es natürlich nicht besser, ich wuselte mich mit Ach und Krach durch die Anstiege, verkrampfte auf den Abfahrten, hier gibts keine Abfahrten wo man mal eben 400HM vernichtet, der Wurzelteppich war furchtbar, selbst schieben war fies da meine Brille immer beschlagen ist, das kann irre nerven.
Zu warm war mir auch. Zum Rennen hatte ich nämlich eine große Klappbox gepackt mit Sachen die für sämtliche Temperaturzonen geeignet sind, woher soll ich wissen bei welchen Temperaturen ich was anziehen soll wenn man sich noch ordentlich aufheizt. So stopfte ich die Handschuhe in die Jacke und hoffte, daß sie sich nicht unters Bündchen mogeln und verloren gehen.
Bei den Verpflegungsstellen versuchte ich Kraft zu schöpfen, was mir nicht gelang.
So kaputt wie da war ich vorher, glaub ich, noch nie.

Bei der letzten Labestelle fragte ich, wie weit es noch wäre, 10km und zwei Anstiege.
Naja. Solche Angaben sind sehr relativ, es war nämlich gefühlt ein einziger Anstieg bis ins Ziel ;-), unterwegs spielte ich mit meinem Tacho rum und merkte, daß ich ab ca. dem 30-35. Kilometer alles über 6% Steigung geschoben habe (Ist schon erstaunlich wie man sich entwickelt, 6% heute, pah! Peanuts Zumindest steig ich bei 6% nicht mehr ab).
Mittlerweile wurde ich von denen überrundet (!) die die Mittel- bzw. Langstrecke fahren, trotz deren netten Ermutigungen aufzusitzen und zu fahren (die waren wirklich alle nett) ich konnte nicht mehr.

Nichts desto trotz kam ich irgendwann ins Ziel, nach 4 Stunden oder so, als 3.Letzte, wurde von meinem Freund und meinen Eltern so empfangen als wäre ich Erste geworden, schon wieder hatte ich Pipi in den Augen.
Nun war ich um zwei Erfahrungen reicher, 1. man glaubt nicht, was man an Reserven haben kann und 2. wenn man Handschuhe in die Jacke stopft mogeln sie sich nicht durchs Bündchen.

An das „Das ist das erste und letzte Mal“ habe ich mich nicht gehalten, nachdem ich auf der Rückfahrt bereits komatös geschlafen habe, wuchs bereits am nächsten Tag (!) der Gedanke, daß ich das nächstes Jahr nochmal machen könnte.

Mittlerweile habe ich 18 Rennen, wenn ich mich nicht verzählt habe, bestritten. Da waren „Wurstrennen“ (Grüße an Jule radelt) dabei, wo ich mich frage, warum ich überhaupt Rennen fahre, es war ein Rennen dabei wo ich meine Vorjahreszeit um ca. 40 Minuten verbessert habe, es ist sogar mal ein 1. Platz geworden!
Dazu bin ich mitlerweile mutiger geworden, schon abgefahren die Bremse auf zu lassen und mit mehr als 50 Sachen durch den Wald zu preschen 🙂

Warum das Ganze?
Es macht zufrieden, meistens, Sundern im April dieses Jahr nicht unbedingt, aber sonst 😉
Man setzt sich fürs Rennen Ziele, kämpft um sie zu erreichen, beisst sich durch und freut sich wenn man sie erreicht hat.
Jeder hat natürlich andere Ziele, der eine tritt um zu gewinnen, der andere tritt an weil er seine Vorjahreszeit toppen möchte, der nächste widerum fährt Rennen wegen des leckeren Kuchen den es immer so gibt und der andere fährt Rennen um seinem inneren Schweinhund zu zeigen was eine Harke ist.

Was auch toll ist, bei den Rennen, man lernt neue Leute kennen, trifft alte und neue Bekannte wieder 🙂 das macht viel aus wie ich finde.

Aus diesem und aus anderen Gründen ist der (Renn-) Halt Nordenau, am 11.08.2012, hoffentlich mal in trockenem Zustand :-).

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2 Antworten zu Rennen fahren – Wieso macht man sowas freiwillig? Teil 2

  1. Andreas schreibt:

    schön und interessant geschrieben, ich hoffe Du bist noch bei vielen Rennen dabei, weiter so…

    • Michaela schreibt:

      Vielen Dank 🙂
      Ich bin recht optimistisch was das weitere Rennen fahren anbelangt. Vielleicht werde ich mal so schnell wie Du 🙂 hast in Neheim wahrlich ein hohes Tempo an den Tag gelegt, da würde ich gern hin.

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