Über den Wolken… Luke auf und raus!

Häh?
Worum gehts denn jetzt?

Alles der Reihe nach.
Neulich rief mein Vater an und stellte mir eine Frage.
Ich brauchte noch Bedenkzeit.
Ne Stunde später hatte ich zugesagt.

An sich war dieser Gedanke ES zu tun für mich sehr abwegig, wird es bestimmt eines der größten Abenteuer im Leben die man so unternehmen kann und das man sich im Vorfeld nicht visuell vorstellen kann, also ich konnte es nicht.

Terminfindung, schwierig aber wurde gefunden.
Terminabsprache sehr nett und wir haben unseren Wunschtermin bekommen. Heute.

Heute morgen losgefahren.
Telefon klingelt, leider hat es sich blitzartig zugezogen, es geht heute vorerst nicht. Wenn dann gegen Mittag/ Nachmittag.

Schade.

Wir (meine Eltern und ich) beschlossen dennoch hinzufahren, und wenns nur zum gucken ist.
Telefon klingelt nochmal, Wetter wird besser, ihr könnt kommen!
Wir waren ja schon unterwegs.

Angekommen.
Aufregung steigt bei mir.
Einweisung für den weiteren Verlauf.
Fragen?
Nein, keine Fragen.

Durchsage, daß es noch mindestens bis 13 Uhr dauert bis man loslegen kann.
Was machen wir bis dahin? Einkehren und uns stärken, die Herren und meine Mutter hatten Hunger. Konnte ein paar Pommes und nen Happen Schnitzel runterkriegen. Hoffentlich bleibt alles da wo es hingehört.

Die nette Frau die schon morgens angerufen hatte kam zu unserem Tisch, kann losgehen, die ersten fangen in 20 Minuten an! Wo war die Toilette? Meine (freudige) Aufregung steigt!

Kann ich, wenn wir soweit sind, nochmal zum Klo?! Ist eher schlecht, geh jetzt nochmal. Ok.

Warten.
Nochmal 15 Minuten warten, bis der Flieger wieder ankommt. Puls ist erstaunlich ruhig aber das Kribbeln in der Magengegend…

Einsteigen. Zurecht rücken. Es ist eng hier drin. Luke zu. „Genieß erst mal den Aufstieg“ so mein „Master“.

Los gehts!!

20 Minuten schraubt sie sich nach oben, die Cessna 208 Caravan.
Nach 15 Minuten hieß es, daß ich mich meinem Master auf die Beine setzen soll, festschnallen, richtig festschnallen.

Weiß ich eigentlich was ich hier tue?
Weiß ich was gleich passieren wird?
Gekniffen wird nicht!

Der Kameramann zog kräftig an den Strippen mit. Sicherheit ist oberstes Gebot!

Drei Finger vor meiner Nase? Fragezeichen im Gesicht. Noch drei Minuten, ah, ok.
Die Aussicht, gigantisch. Das Münsterland unter uns. Wiesen, Felder, kleine Ortschaften, Licht- und Schattenspiele, toll.

Die Luke ging auf. Windig.
Kameramann wuselt sich nach draußen, bleibt noch hocken, unter uns eine große Wolke, keine Lücke.
Mein Master schiebt mich nach vorn, ich schaue raus, nach unten und fasse es immer noch nicht was gleich passieren wird. Mein Kopf wird vom Master nach hinten gezogen und wir stürzen ins Leere.

Was mache ich hier?

Ein Schultertippser, heisst, Arme ausbreiten. Ok. Gucken, atmen (geht hervorragend), staunen, oh, die Kamera, nett lächeln hieß es bei der Einweisung. Ob ich es hinbekommen habe? Die Woche weiß ich mehr wenn die DVD hier ist.

Durch die Wolke durch und mit 200 Sachen gen Boden fallen.
Ca. 50 Sekunden lang, gefühlt wie 10 (schade eigentlich).
Ein weiterer Schultertippser. Ok. Hände wieder in den Gurt haken. Leine wird gezogen, der Fallschirm öffnet sich, ein Ruck geht und schon schweben wir still der Erde entgegen.
Boah.
Ich habe es tatsächlich getan.
Und genieße den Ausblick.
Kurz wird die Landehaltung geübt. Alles klar, krieg ich hin.
„Magste Kurven fliegen?“
Lieber nicht, Magen meldet sich.
Wir gleiten zur Erde.

„So, Beine hoch“

Sanft landen wir mit dem Po voran auf dem Feld.
Irre! Ich kann es gar nicht fassen (ich fasse es auch immer noch nicht).

Vielen Dank an meinem Tandemmaster Dirk fürs heil und sicher nach unten bringen und an Skydive Stadtlohn für den tollen Tag.
Ich möchte gern wieder kommen!!!!!!!!

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4 Antworten zu Über den Wolken… Luke auf und raus!

  1. Andreas schreibt:

    Respekt !!! (Mich bekommt man noch nicht einmal in das Flugzeug hinein, ganz zu schweigen davon, dass ich da auch noch rausspringen soll)

    • Michaela schreibt:

      Ich glaube es nach wie vor selber nicht 🙂
      Alleine wäre ich da wohl nicht rausgehuppt (schon gar nicht bei der Premiere), mein Tandemmaster hat alles richtig gemacht indem er einfach rausgehuppt ist.
      Würde schon morgen am liebsten wieder springen 🙂

  2. Thorsten schreibt:

    Das würd‘ ich mich nie trauen…

  3. Jule schreibt:

    Du bist ja verrückt!!! 🙂 Das ist super! Irre!!! Also ich bin froh mit beiden Beinen und Rädern am Boden zu stehen! Wirklich klasse!
    Was auch wirklich klasse ist, ist dich mal getroffen zu haben 🙂
    Auf bald! Jule

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