Alfsee 2013….

Mein erstes 24 Stunden Rennen ist Geschichte.

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Wie war das denn nun?

Ich war bereits zwei Tage vor dem Start so aufgeregt wie schon lange nicht mehr, da dies mein erstes Rennen so einer Kategorie war wusste ich nicht was physisch und psychisch auf mich zukommt.
Samstag Morgen waren aber wirklich alle Kisten gepackt, beide Räder fertig und es konnte zum Alfsee gehen.

Der Campingplatz macht einen hervorragenden Eindruck, sauber, weitläufig, ich kann mir gut vorstellen hier ein langes Wochenende, auch ohne Rad ;-), zu verbringen um abzuschalten. Dennoch war ich dieses Wochenende hier um ein MTB Rennen mit Wencke zu bestreiten.
So ging es um halb zwölf auf die Strecke um diese vorab kennen zu lernen.

Schon die erste Metallrampe kurz nach dem Start fand ich doof, so musste ich bei der Abfahrt von dieser, ich fand sie übrigens seeehr steil, erst tief Luft holen um kurz darauf die Kante am Ende der Rampenabfahrt zu übersehen um daraufhin herumzuschlingern und schon vor dem Rennen fast den Adler zu machen.
Diese Rampe sollte ich noch lieben lernen….

Zwei Trailstücke mussten durchfahren werden, an sich, selbst für mich, gut machbar, aaaaber, Himmel, ich war so übelst aufgeregt, dass meine, eh gering vorhandenen Fahrtechnikkünste, sich ganz verdünnisiert haben.
Hatte den Gedanken, dass sich die Aufregung doch hoffentlich während des Rennens legt.

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45 Minuten und etliche Auf- und Abfahrten, sowie zwei weitere Metallrampen (diese übrigens gut ausgestattet mit Geländer und querliegenden Leisten, zum besseren drüber laufen) kamen wir wieder am Start/ Ziel Bereich an um uns dann wirklich mental aufs Rennen vorzubereiten.
In der ganzen Aufregung habe ich es wirklich geschafft meine Kontaktlinsen zu vertauschen (verschiedene Stärken), wunderte mich kurz warum ich nur so komisch gucken kann, kam dann aber schnell dahinter und konnte meinen Faux Pas noch beseitigen.

Um 14h starteten zuerst diejenigen aus den 8er Teams, dann die 4er, anschließend die 2er (so auch ich) und zum Schluß die Solofahrer, ihr habt meinen allergrößten Respekt!
Unsere Taktik bestand darin, dass jede erst mal 2 Runden fährt um anschließend jeweils 4 Runden zu fahren und in der Nacht dann auf 3 Stunden zu wechseln.
So die Theorie 😀
Meine ersten beiden Runden habe ich gut geschafft, in meiner Pause hatte ich Zeit was zu essen und zu trinken und mir Gedanken darüber zu machen wann ich wieder in der Wechselzone auftauchen muss um Wencke abzulösen.

Nach ihren zwei Runden löste ich sie ab und ging auf vier, zum Teil, sehr schmerzhafte Runden, nicht dass ich gestürzt wäre (oberste Prämisse war gesund und heile wieder heim zu fahren), aber meine Beine spürte ich schon recht schnell.
Es fing dann an zu regnen und ich hatte die Hoffnung, dass unser Betreuer mitdenkt und mit Regenzeug am Start/ Ziel bereit steht, und jaaa, er hat mitgedacht und ich schlüpfte dankbar in die Regenjacke 🙂 (an dieser Stelle nochmal, danke danke danke für alles, wir wären ohne ihn total aufgeschmissen gewesen).

Nach meinen Runden ging Wencke auf ihre vier Runden und ich wollte eine Massage in Anspruch nehmen, so war dies etwas holperig, denn die Listen zum eintragen habe ich nicht finden können, irgendwann waren die netten Damen im Physio Zelt und so konnte ich nach einer heißen Dusche den Massage Service in Anspruch nehmen.
Das das gut getan hat muss ich nicht erwähnen, oder ;-)?

Danach war es schon fast wieder Zeit mich fertig zu machen um in der Wechselzone meine Mitstreiterin abzulösen.
Ich hatte vor diesem Rennen keine Vorstellung davon wie wichtig es ist Betreuer dabei zu haben, die die Rundenzeiten im Blick haben, die einem die Sachen zum anziehen zusammen suchen… Und glaubt mir, Betreuer sind echt Gold wert!!
So war ich beim anziehen echt schon überfordert meine Sachen anzuziehen 😀 unsere Betreuer hat mir ein Teil nach dem anderen angereicht (was gegen Kälte, was gegen Nässe, Reflektorstreifen) und so ging es dann kurz vor knapp in die W-Zone.
Da der Regen die Strecke mittlerweile sehr aufgeweicht war, kam meine Teampartnerin etwas über der Zeit zum wechseln, zwischenzeitlich unkte ich, dass ich es schon kommen sehe, dass ich bereits auf der ersten Rampe festhänge und nicht runter komme…..
Nach kurzem Gespräch machte ich mich dann mit Licht auf um meine erste Runde in völliger Dunkelheit zu bestreiten, tatsächlich, kam ich die erste Rampe schon nicht mehr rauf, also absteigen und rauf schieben, ging dann schon. Wollte dann runter schieben, fahren wollte ich nicht, und sah mit Schrecken, dass es hier KEIN Geländer gab zum runter hangeln. Ab der Hälfte der Rampe gabs es NICHTS mehr zum festhalten.
Zum Glück war am Flulicht bei der Bachüberquerung ein netter Mensch der mich dann heil runter begleitete. Ohne den guten Mann hätte ich ein echtes Problem gehabt.
So rollte ich, in Begleitung meiner Magicshine, weiter durch die Dunkelheit, da ich keine Nightride Erfahrungen habe war das für mich ziemliches Neuland, entsprechend vorsichtig bin ich gefahren.
So war meine erste Nightride Runde auch meine letzte Runde.
Denn, die erste Rampe ohne Geländer, flösste mir sehr viel Respekt ein und ich konnte mich nicht drauf verlassen dass da immer wer steht und mir runter hilft.
Für nächstes Jahr wünsche ich mir auch hier ein Geländer, hat bei den anderen beiden Rampen auch funktioniert.

In der Nacht wurde das Rennen aufgrund starken Regens unterbrochen und am nächsten Morgen um 8uhr fortgesetzt, allerdings ohne uns, ja, wir haben das Rennen nicht beendet.

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Habe gestern in einem Forum gelesen, dass sie nach der Unterbrechung die erste Rampe rausgenommen haben…. Wenn ich das gewusst hätte… Naja, hätte hätte Fahrradkette. Sei es drum.

Mein Fazit zum ersten Hardcore Rennen, egal wie hart und diszipliniert man trainiert, ein 24h Rennen ist noch härter (auch wenn man keine 24 Stunden gefahren ist), bietet aus meiner Sicht heraus dennoch ein gehöriges Suchtpotential, wofür es sich auf jeden Fall lohnt zu schinden!!

Betreuer sind nicht mit Gold aufzuwiegen!!

Ich freue mich schon sehr auf das nächste Hardcore Rennen welches ich im Duisburger Landschaftspark fahren werde, das wird beendet!! Definitv!! 🙂

Nächstes Jahr bin ich mit Sicherheit wieder am Alfsee dabei, dann werde ich bei der ganzen Aufregung nicht vergessen Fotos zu machen 😉 Ich hoffe, ich find noch welche im Internet.

An dieser Stelle viele Grüße an die Streckenbekanntschaften 🙂

Die Organisation vom Rennen fand ich sehr gut! Bei den angegebenen Rufnummern, für Fragen jedweder Art, war immer jemand zu erreichen.
Die guten Geister bei der Verpflegung haben sich sehr liebevoll um uns alle gekümmert.
Kurzer und unkomplizierter Weg zur Wechselzone.
Ihr habt eine schöne und fordernde Strecke zusammen gestellt!

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6 Antworten zu Alfsee 2013….

  1. Andreas schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinen ersten 24H Rennen. Dasnächste wird für Dich entspannter da Du jetzt weißt wie sonn 24H Rennen ablaufen aber auch da wird die nervösität erst nach der ersten Runde nachlassen. In Duisburg wirst Du auch nachts nicht allein auf der Strecke sein da sind die Zuschauer auch noch gut dabei. Sehen uns in Duisburg.
    Gruß
    Andreas

    • Michaela schreibt:

      Hallo Andreas, willkommen auf meinem Blog :-). Freue mich schon total auf Duisburg, auf die Industrie Kulisse, auf die Strecke dort, auf alles! Duisburg soll auch „entspannter“ sein wenn die Strecke nass ist. Fands am Alfsee dennoch interessant im dunkeln mal ganz allein auf weiter Flur zu sein.
      Viele Grüße
      Michaela

      • Andreas schreibt:

        ich hoffe Du hast Dich auf denn Bildern schon gefunden. Siehst da sehr entspannt aus.
        Gruß
        Andreas

      • Michaela schreibt:

        Bilder? Wo? Entspannt? Echt? :-D. Habe schon nach Bildern gesucht aber leider mich nicht gefunden, hast Du vielleicht einen Link für mich bitte?

  2. Andreas schreibt:

    hier der Link
    http://www.aktivsee.de/index.php/bilder-2013
    must da dich auf die Seite 25 vorklicken und schwups oben in der mitte bist Du zu sehen vorher galaube ich auch aber da noch nicht so deutlich

    • Michaela schreibt:

      Danke Dir :-). Bis Seite 25 hatte ich es noch nicht geschafft. Ist direkt beim Start, deswegen schaue ich noch sehr entspannt, das hat sich 4 Runden später etwas geändert :-D.

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