Bin dann mal ne Runde Rad fahren – 216km und 24h später

Yiiiihaaaaaa!!

So super wie das war, so super anstrengend war es auch und soll ich mal watt sagen? Ich würde es wieder tun 🙂

Das 24h Rennen am Alfsee ist nun Geschichte, das Auto ist wieder leer geräumt, Beine sind auch noch leer, Wohnzimmer ist leider noch nicht leer von den ganzen Utensilien, ist aber halb so wild, denn ich schwelge noch in meinem eigenen Erfolg – ein 24h MTB Rennen als Einzelfahrerin bestritten zu haben, durchgehalten zu haben und auf einem, für mich, hervorragendem 5. Platz zu landen 🙂 *freufreufreu*.

Angemeldet habe ich mich bereits irgendwann im letzten Jahr, einen Solostart bei so einem Rennen, sowas beklopptes wollte ich „schon immer mal machen“.
Bereits zwei Wochen vor dem Start am Wochenende vom 24. auf den 25.5.2014 wuchs meine Vorfreude ins fast Unermessliche, Gedanken die mir durch den Kopf gingen von „Wer am Alfsee bucht, bucht gleich schlechtes Wetter mit“ bis schaffe ich das wirklich, bin ich fit genug, ist mein Kopf fit genug (denke, dass so ein Rennen nur Kopfsache ist, der Körper schafft das schon)…
Na klar schaffe ich das! 🙂

Bereits am Donnerstag schlugen Andreas und ich unser Zelt auf dem herrlichen Campingplatz auf, reservierten noch für andere Teams ein Areal gleich mit und gingen nach Zeltaufbau auf Erkundungstour, mit dem Ziel zuerst die, von mir gefürchteten, Brücken zu betrachten

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Oh weia….
Ich stehe mit so einer Art Brücke echt auf Kriegsfuß (Allen Unkenrufen zum Trotz das dies ein MTB Rennen sei, in keinem der mir bekannten Wälder stehen solche Konstrukte 😉 ), aber zum Glück trafen wir recht schnell auf Uwe, einem der Organisatoren, der uns mitteilte, es gäbe einen Chickenway. Uwe, damit hast du mich so glücklich gemacht, sämtliche Skepsis ist mit dieser Aussage von mir abgefallen und ich freute mich nun noch mehr auf den Start.
Da kam aber erst noch der Freitag und der war vor allem eins, nass von oben!
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Leider wurde auch mein, niegelnagelneues, Zelt nass… Von innen, weil es durchregnete 😦 meine Gedanken dazu behalte ich für mich, sonst werde ich wohl von wordpress gesperrt :D, dank Haribo konnte eine Plane übers Zelt gespannt werden um Schlimmeres zu verhindern.
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Nun denn, wir sind nicht weggeschwommen, haben die Nacht zum Samstag gut überstanden (auch wenn irgendwer auf dem Zeltplatz unbändigen Spaß daran hatte um 6h morgens lauthals rumzukichern, ich fands nur semi witzig…

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So wurde am Vormittag das Bike rennfein gemacht, alle Helferlein gebrieft (Vielen lieben Dank an euch alle!!!!), kurz gecheckt ob nichts vergessen wurde und um 13.55 zog ich ab Richtung Start, 10 Minuten bevor man startet kann man sich da mal ja blicken lassen 😀
Durch Zufall fand ich mich bei weiteren Solofahrer Helden wieder
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Von links Sven Hielscher, Michael Westerhaus (ungefedert mit einem Crosser!!!), David Habryka und moi.
Um 14.05h ist der Startschuß für die Einzelfahrer sowie die 2er Teamfahrer gefallen und das Feld setzte sich wagemutig und abenteuerlustig in Bewegung, so ganz habe ich es da noch nicht realisiert worauf ich mich einlasse, ist auch ganz schön bekloppt im Alleingang 24h im Kreis Rad zu fahren.
Taktik? Die hatte ich 😀 so viel und so lange fahren wie nur möglich, eine Schlafpause hatte ich nicht vorgesehen (was nochmal bekloppter ist, aber bei 24h hat man eigentlich gar keine Zeit zum schlafen :D).
Mir wurde im Vorfeld geraten viel zu trinken und den Magen nicht leer werden zu lassen, das habe ich gut hinbekommen, war überrascht, dass ich esstechnisch alles runter bekommen habe was mir angereicht wurde, so ein Widerwillen wie letztes Jahr in Duisburg gegen Essen kam, zum Glück, nicht auf.
So fuhr ich Runde um Runde, geriet mal mit zwei anderen Fahrer aneinander die mich so ätzend überholt haben, dass sich sogar nachfolgende Fahrer über diese aufgeregt haben, aber echt, was quetschen die sich noch rechts an mir vorbei wobei die ganze linke Seite vom Weg (Wäldchen auf dem Rückweg, sehr gelungen dieser Abschnitt) frei war.
Nun, das waren aber auch die einzigen Begegnungen die nicht ganz so toll waren, toll war der Zuspruch den ich auf der Strecke, neben der Strecke, in der Wechselzone und überall bekommen habe 🙂 Leute, ihr habt mir damit über so manchen Moment so toll hinweg geholfen, das könnt ihr euch nicht vorstellen, habt lieben Dank!
Da hat das Rennen schon begonnen und ich habe was wichtiges vergessen, denn, ab Samstag Vormittag war herrlichstes Wetter! Die Strecke hatte sich gut vom Regen erholt und war fantastisch zu befahren.

Nach meiner ersten Runde in der, mittlerweile eingesetzten, Dunkelheit, wo ich fast von einem Mückenschwarm aufgefressen wurde, spendierte mir meine Mama (Meine Eltern sind wirklich zum supporten angereist :)) eine Massage, da mir der Nacken so weh tat (nicht nur der, aber das störte mich bis dato am meisten). Weh tat auch die Massage, sorry fürs ständige *mimimi* aua-sagen :D, hat aber hervorragend geholfen und die Dehnübungen für den Nacken habe ich danach des öfteren gemacht, so konnte ich die Nackenschmerzen im Griff halten.
Weiter ging es in die Nacht, mit dem Gedanken, dass es gegen halb vier dämmern muss, ist die Nacht vorbei ist das Schlimmste vom Rennen vorbei, übersteht man die Nacht, so fährt man das Rennen zuende.
Nur leider überkam mich bei der Dämmerung eine fürchterliche Müdigkeit, fahren konnte ich da nicht mehr ohne mich und andere zu gefährden, also hieß es schieben… Kennt ihr das Gefühl wenn man im Bett liegt und zwei Sekunden vorm einschlafen ist? Das gleiche kann man auch beim Rad schieben erleben :D.
Habe auf eine Bank gelauert, die kam zum Glück nicht 😀 so kam ich irgendwann wieder in der Wechselzone an, mit dem Gedanken, dass ich tatsächlich mal kurz die Augen zumachen muss, dieser Powernap und die, bei der Weiterfahrt, leise musikalische Berieselung haben mir echt gut getan.
So fuhr ich weiter meine Runden und fuhr…. Und fuhr… Mittlerweile hatte ich zwei Radhosen übereinander an, was kann der Po weh tun, holla die Waldfee, aber was solls, so fährt man viel im Stehen und, hey, es sind nur noch 3 Stunden zu fahren, *mimimi* jammern kann man hinterher noch.
In meiner vermeintlich letzten Runde (es war 13.20h) hielt ich mit einem anderen Solofahrer ein kurzes Tötterchen, von wegen noch ne Runde fahren oder auf der Strecke bis 14h bummeln.
War der festen Überzeugung zu bummeln, aber das wurde mir doch schnell langweilig und ohne großes Nachdenken fuhr ich um kurz nach halb zwei auf noch eine (dieses mal wirklich letzte :D) Runde.
Die tat so weh *mimimi*, so weh :D, weh tat es auch, als ich es 20m vor der Ziellinie geschafft habe mich vor allen Leuten auf die F**** zu legen :D, woher wusstet ihr dass ich keine Hilfe beim aufstehen brauchte :D? Nach 24h radeln hätte ich echt gern ne Hand gehabt die mich hochgehievt hätte, echt jetzt :D.

Die restlichen 20m zur Ziellinie habe ich unbeschadet überstanden und ich freute mich nur noch darüber, dass ich es wirklich geschafft hatte!!!!!
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Durchgehalten!!
Feuerprobe als Einzelfahrerin bestanden, YES!
Dies war das erste mal, aber gewiss nicht das letzte mal!

Ach ja, ich bin 5. geworden 🙂

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4 Antworten zu Bin dann mal ne Runde Rad fahren – 216km und 24h später

  1. Andreas schreibt:

    Ich bin stolz auf Dich

  2. Thorsten schreibt:

    Wow – tolle Leistung!

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